Mathematikpodcasts

 

Im Schuljahr 2017/18 erstellte die zehnte Klasse in der Zusammenarbeit mit der Uni Augsburg Mathepodcasts zu ihrem Prüfungsstoff. Als Erstes kam der Universitätsdozent Herr Fahrner zu uns in die Klasse und sammelte mit uns die grundlegenden Ideen für die Mathepodcasts. Beim nächsten Treffen, dieses Mal mit Studenten, wurden wir in Gruppen mit einem Studenten aufgeteilt und uns wurde ein Thema zugewiesen. Wir hatten einen Tag Zeit, um zu diesem Thema ein Probevideo zu erarbeiten. Diese Videos wurden nicht bearbeitet und dienten nur der Demonstration des Projektablaufes. Anschließend sahen wir die Videos an und brachten Verbesserungsvorschläge ein.  Kurz darauf bekamen wir unsere eigentlichen Podcast-Themen und begannen mit der Planungsphase des Videos, die dieses Mal etwas länger ausfiel und sich über mehrere Treffen hinweg zog.

 

Es gab Gruppen, die sich bei ihren Themen am Aufbau des Mathe-Stark-Trainingsbuches orientierten. So entstanden eine Menge kreativer Filmideen. Die Gruppen schrieben zu ihrem Thema ein Drehbuch und bastelten die Requisiten für ihren Podcast.

Zum Beispiel wurde das Thema Wahrscheinlichkeit mit Playmobilfiguren nachgestellt. Außerdem verwendeten wir viele Montessori-Materialien, da sie sich gut zum Veranschaulichen des Prüfungsstoffes eignen.

 

Zum Drehen der Videos gingen wir alle zusammen für einen Tag ins Medienlabor der Universität Augsburg. Dort bekamen wir erstmal eine Führung durch die verschiedenen Drehorte wie zum Beispiel der Greenscreen oder ein Drehort mit einem Projektor. Die Gruppen begannen selbstständig die Szenen ihrer Videos zu drehen. Hierbei halfen uns auch Studenten unabhängig von unserem Projekt. Beim Aufteilen der Drehorte mussten wir uns absprechen, da es mehr Gruppen als Drehorte gab. In einem Tonstudio nahmen wir die Audiospur für die Videos auf. So entstanden im Laufe des Tages die Videos und alle Gruppen wurden mit ihren Projekten fertig.

 

 

Anschließend daran führte uns Herr Fahrner über das Universitätsgelände. In den nächsten Wochen wurde das Rohmaterial von den Studenten geschnitten. Als die Podcasts fertig waren kam Herr Fahrner zu uns an die Schule und präsentierte uns die fertigen Filme. Diese wurden am Tag der offenen Tür unserer Schule vorgeführt. Außerdem nahmen wir mit diesem Projekt am Videowettbewerb von Azubi-Movie teil. Der Film von Jona und Gabriel zum Thema „Volumen und Oberfläche der Kugel“ gewann in der Kategorie beste Video-Idee. Diesen Sieg dürfen wir alle gemeinsam auf dem Holy-Festival feiern.




Präsentation der Großen Arbeit

„Heute Morgen sprach mich jemand an und sagte, die Große Arbeit sei für ihn immer das schönste Fest im Jahreslauf an der Montessori-Schule Dinkelscherben - aber es ist ja gar kein Fest, sondern eine Prüfung!“, gemahnte Schulleiterin Petra Sternegger die Gäste, die zu dieser Prüfung der Achtklässler am vergangenen Freitagnachmittag in den Pfarrsaal der Marktgemeinde gekommen waren. Dennoch sagt die Wahrnehmung ihres Gesprächspartners einiges über das aus, was die Montessori-Pädagogik ausmacht: Eine Prüfung, die wie ein Fest erscheint, weil die Prüflinge Spaß am Lernen haben und „es die einzige Prüfung ist, bei der der Schüler nur an sich selbst gemessen wird und es keine Ausreden gibt, dass die Lehrer einem zu wenig beigebracht hätten.“

 


Denn die Große Arbeit fängt schon mit der eigenständigen Wahl eines passenden Projektes am Schuljahresbeginn im Herbst an: Acht Monate lang haben die Jungen und Mädchen dann Zeit, ihre Idee auszuarbeiten, sie praktisch umzusetzen, den Weg dahin schriftlich zu dokumentieren und das ganze schließlich vor Publikum und einer Jury aus Pädagogen, Politikern sowie Vertretern der Wirtschaft zu präsentieren.

 

27 Jungen und Mädchen aus dem aktuellen Achtklässler-Jahrgang der Montessori-Schule in den Westlichen Wäldern haben das nun erfolgreich getan. Die Schule sprach von einem besonderen Jahrgang, hatten doch noch nie so viele Jugendliche die Arbeit teils Monate vor dem Abgabetermin fertiggestellt. Bandbreite und Qualität der abgelieferten Arbeiten sowie die enorme soziale und kommunikative Kompetenz, die die 13- bis 16-Jährigen beim Werken wie auch bei der Präsentation zeigten, beeindruckten Gäste und Jury. „Die große Motivation und Selbständigkeit, mit der diese jungen Menschen an die Arbeit herangehen, fällt jedes mal wieder positiv auf“, fand Erna Stegherr-Haußmann, Bürgermeisterin von Adelsried, die bereist zum vierten Mal Mitglied der zehnköpfigen, prominent besetzten Jury war.

 


 

Allen Schülern war es gelungen, ein passendes Projekt zu finden und ihre individuellen Fähigkeiten voll ausschöpfend zu realisieren. Vom Bau eines Quadrocopters (Julian) bis zum Schreiben eines Romans (Jona) reichte die Palette technischer, handwerklicher und künstlerischer Arbeiten. Einige Schüler hatten sich mit etwas beschäftigt, das sie ohnehin gerne machen - wie Hobby-Bäcker Amos, der mit einer Rosen-Torte und anderen Hochzeits-Köstlichkeiten derart punktete, dass manche Besucherin am liebsten ihn vom Fleck weg geheiratet hätten -, andere probierten bewusst etwas Neues aus, wie Patricia, die „schon immer mal nähen wollte“, es aber bisher nie umgesetzt hatte und nun als Erstlingswerk ein aufwändiges Sommerkleid ausstellte.

 

 

Lieblingsmaterial der Schüler war klar Holz: Holz für draußen (ein ebenso praktisches wie idyllisches Hochbeet mit Rankbogen von Franz) oder für drinnen (Vincent mit einer Designpreis-verdächtigen, puristischen aber arbeitsaufwändigen Schreibtischlampe). Holz spielerisch (ein Schachtisch von Ferdinand) und Holz poetisch (eine Friedensstehle von Kevin). Außerdem Holz weiblich, denn auch die Montessori-Schülerinnen sind kreative und fähige Handwerker: Jasmin hatte aus Birke und Lerche ein Bett gebaut. Und sollte Ralf aus dem Große Arbeit-Thema „Möbel aus Wildholz“ nicht seinen Beruf machen, könnte der junge Mann auch direkt als Moderator bei Radio oder TV anfangen, so unterhaltsam und professionell war seine Präsentation auf der Montessori-Bühne.

 

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